Panteão Nacional
Nationalpantheon in der Kirche Santa Engrácia
Barocke Kuppelkirche in Alfama und Ruhestätte großer Portugiesen, von Amália Rodrigues bis Eusébio. Mit Dachterrasse über den Dächern und dem Tejo.
Inhalt
Pantheon in der Kuppel von Santa Engrácia
Das Panteão Nacional ist in der barocken Kirche Santa Engrácia untergebracht, deren gewaltige weiße Kuppel die Silhouette des östlichen Alfama prägt. Der Neubau wurde ab 1682 nach Entwurf des Architekten João Antunes (1643-1712) auf einem griechischen Kreuzgrundriss begonnen, die Kuppel aber erst 1966 vollendet. Diese fast 300-jährige Bauzeit machte „obras de Santa Engrácia" im Portugiesischen zum geflügelten Wort für ein Projekt ohne Ende. Seit der Fertigstellung dient das Bauwerk als Nationalpantheon und ehrt herausragende Portugiesen.
Wer hier ruht
Unter der Kuppel und in den Seitennischen sind bedeutende Persönlichkeiten aus Politik, Literatur, Musik und Sport bestattet:
- Staatspräsidenten wie Manuel de Arriaga, Teófilo Braga, Sidónio Pais und Óscar Carmona, dazu der Präsidentschaftskandidat Humberto Delgado.
- Schriftsteller von Rang: João de Deus, Almeida Garrett, Guerra Junqueiro, Aquilino Ribeiro, Sophia de Mello Breyner Andresen und Eça de Queiroz.
- Die Fado-Sängerin Amália Rodrigues, seit 2001 hier beigesetzt und die erste Frau im Pantheon, sowie der Fußballer Eusébio.
Hinzu kommen Ehren-Kenotaphe - Gedenkmäler ohne Grab, für Nationalhelden, deren Gebeine anderswo liegen: Luís de Camões, Pedro Álvares Cabral, Afonso de Albuquerque, Nuno Álvares Pereira, Vasco da Gama, Heinrich den Seefahrer und den als „Konsul von Bordeaux" bekannten Diplomaten Aristides de Sousa Mendes.
Dachterrasse über Alfama
Der eigentliche Höhepunkt für viele Besucher liegt nicht im Inneren, sondern oben: Eine umlaufende Dachterrasse rund um die Kuppel öffnet den Blick über die Dächer von Alfama, den Tejo und das Hafenviertel bis zum Containerterminal im Osten. Weil der Panteão deutlich weniger besucht ist als die großen Monumente in Belém, ist diese Aussicht oft fast für sich allein zu haben, eine ruhige Alternative zu den bekannten Miradouros wie Santa Luzia und der Miradouro da Graça.
Besuch & Praktisches
Plane 45 bis 60 Minuten ein. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag, im Sommer (Apr-Sep) von 10:00 bis 18:00 Uhr (letzter Einlass 17:30 Uhr), im Winter (Okt-Mär) bis 17:00 Uhr; montags bleibt das Pantheon geschlossen, ebenso am 1. Januar, an Ostersonntag, am 1. Mai, am 13. Juni und am 24.-25. Dezember. Am ruhigsten ist es vormittags.
Der Eintritt kostet 10 € (Stand 2026). 50 % Ermäßigung gibt es für 13- bis 24-Jährige, Personen ab 65 sowie das Familienticket; frei sind unter anderem Kinder bis 12 Jahre. Mit der Lisboa Card ist der Besuch ohne Aufpreis enthalten. Tickets gibt es vor Ort oder online über die offizielle byMEO-Blueticket-Plattform der Museus e Monumentos de Portugal; Schlangen sind hier selten ein Problem.
Der Panteão liegt am Campo de Santa Clara in Alfama, ohne direkten Metro-Anschluss. Übliche Anfahrt ist die Tram 28 oder der Bus 734 bis zum Campo de Santa Clara. Dienstags und samstags breitet sich gleich nebenan der berühmte Trödelmarkt Feira da Ladra aus, wer den Markt mitnehmen will, plant seinen Besuch auf diese Tage und kommt am besten am Vormittag.
Häufige Fragen
Wer ist im Panteão Nacional bestattet? +
Was kostet der Eintritt? +
Lohnt sich die Dachterrasse? +
Wann ist nebenan Flohmarkt? +
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