Das große Panorama
Der Miradouro da Senhora do Monte liegt oberhalb des Stadtteils Graça und ist der höchstgelegene Aussichtspunkt der Lissaboner Innenstadt. Von der Brüstung öffnet sich ein breites Panorama von rund 210 bis 250 Grad: das Castelo de São Jorge, das Häusermeer der Altstadt, die schachbrettartige Baixa, der breite Tejo und das Gegenufer auf einen Blick. Unter den beiden Aussichtspunkten von Graça gilt er als der bessere – der weitere, höhere Blick.
Benannt ist er nach der kleinen Kapelle Nossa Senhora do Monte, die direkt neben dem Platz steht.
Die Kapelle nebenan
An dieser Stelle steht seit 1147 eine Eremitage; der heutige barocke Bau stammt von 1796, errichtet nach dem großen Erdbeben von 1755. Die Kapelle steht unter Denkmalschutz (Imóvel de Interesse Público), ist aber meist geschlossen und öffnet nur gelegentlich für wenige Stunden am Nachmittag. Feste öffentliche Öffnungszeiten sind nicht publiziert – Auskunft gibt es nur telefonisch unter +351 21 886 9856. Wer den Punkt für die Aussicht ansteuert, plant die Kapelle besser nicht fest ein, sondern nimmt einen offenen Moment als Zugabe.
Was dich erwartet
Der Miradouro ist klein: kein fester Kiosk, kaum Sitzgelegenheiten. Tagsüber ist viel los, vor allem fahren regelmäßig Tuk-Tuk-Touren vor. Deutlich ruhiger wird es früh morgens oder spätabends. Der Platz blickt nach Westen und eignet sich darum zum Sonnenuntergang – mit einer Einschränkung: Im Sommer verschwindet die Sonne hinter den Hügeln des Bairro Alto, im Winter sieht man sie sauber hinter dem Tejo untergehen.
Toiletten oder ein Café gibt es am Platz selbst nicht. Wer länger sitzen und etwas trinken möchte, ist am benachbarten Miradouro da Graça mit seinem Esplanada-Kiosk besser aufgehoben – er liegt nur rund zehn Gehminuten südlich.
Besuch & Praktisches
Plane 20 bis 40 Minuten ein. Der Zugang ist kostenlos und rund um die Uhr möglich; feste Sperrzeiten gibt es nicht. Am beliebtesten ist der Punkt tagsüber und zum Sonnenuntergang.
Am besten kommst du mit dem Eléctrico 28 bis zur Haltestelle Rua da Graça und läufst von dort die steile Rua da Senhora do Monte hinauf – etwa 400 Meter, wenige Minuten bergauf. Den Schlussanstieg muss man zu Fuß bewältigen; verlässliche Parkplätze direkt am Platz gibt es nicht, die öffentliche Anreise ist die praktischere Wahl.
Ideal lässt sich der Besuch mit den anderen Aussichtspunkten oberhalb von Alfama verbinden: dem nahen Miradouro da Graça und einem Abstecher hinüber zum Castelo de São Jorge. Wer mehr über Lissabons Aussichtsterrassen wissen will, findet im Überblick Lissabons schönste Miradouros weitere Tipps.