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Beste Reisezeit für Lissabon

Wann nach Lissabon? Frühling und Herbst für mildes Wetter ohne Hochsaison, Sommer für Strände und Feste, milder Winter. Klima, Saisons und Tipps im Überblick.

Von lissabon.info Redaktion · Reiseredaktion

Inhalt

Lissabon lässt sich das ganze Jahr über bereisen – das mediterrane, atlantisch gemilderte Klima beschert milde Winter und warme, sehr trockene Sommer. Die Stadt zählt mit rund 2.800 Sonnenstunden im Jahr zu den sonnigsten Hauptstädten des europäischen Festlands. Die eigentliche Frage ist daher weniger ob als wann – und die Antwort hängt davon ab, ob du Hitze und Andrang meiden, Strände und Feste mitnehmen oder günstig und ruhig reisen willst.

Das Klima im Überblick

Lissabon hat einen ausgeprägten trockenen Sommer und einen feuchten Winter. Im langjährigen Mittel (IPMA-Klimanormale 1981–2010) liegt die Tageshöchsttemperatur im Jahresschnitt bei rund 21 Grad, der nächtliche Tiefstwert bei etwa 13 Grad. Die Spanne über das Jahr ist moderat, echte Extreme sind selten – Frost ist im Stadtgebiet sehr selten, Schnee praktisch unbekannt.

Grob nach Monaten sieht das so aus:

  • Winter (Dezember bis Februar) – Tageshöchstwerte um 15 bis 16 Grad, nachts einstellig (im Januar im Mittel um 8 Grad). Mild, aber wechselhaft und mit den meisten Regentagen.
  • Frühling (März bis Mai) – die Höchstwerte klettern von rund 19 auf 22 Grad, die Natur grünt, die Tage werden spürbar länger.
  • Sommer (Juni bis August) – warm bis heiß mit Mittelhöchstwerten von 26 bis 28 Grad und fast ohne Regen; dazu der starke Sommerwind an der Küste.
  • Herbst (September bis Oktober) – noch warm (September im Mittel 26,5 Grad), bevor im Oktober die Regenzeit einsetzt.

Beim Niederschlag sind die Unterschiede groß: November (rund 128 mm) und Dezember (rund 127 mm) sind die nassesten Monate, Juli und August mit 4 bis 6 mm praktisch trocken. Übers Jahr fallen etwa 774 mm an rund 112 Regentagen. Die oft zitierten „300 Sonnentage” sind eher Tourismus-Folklore und passen besser zur Algarve – belegbar sind die rund 2.800 Sonnenstunden, die sich von etwa 142 Stunden im Dezember/Januar bis über 350 Stunden im Juli verteilen.

Frühling und Herbst – die beste Reisezeit

Für das klassische Sightseeing sind März bis Mai sowie September und Oktober die ausgewogenste Wahl. Die Tageshöchstwerte liegen angenehm zwischen rund 19 und 27 Grad, die Tage sind lang und hell, und es ist warm genug für die Miradouros und lange Spaziergänge, ohne die Hitze und das Gedränge des Hochsommers. Auch bei den Übernachtungen profitierst du: April/Mai und September/Oktober gelten als guter Kompromiss aus moderatem Andrang und faireren Preisen – Details im Ratgeber Die besten Hotels in Lissabon.

Ein eigener Grund, im späten Frühling zu kommen, sind die Jacarandas. Die südamerikanischen Bäume tauchen weite Teile der Stadt von Ende Mai bis in den Juni für etwa drei bis sechs Wochen in violette Blüten. Besonders dicht stehen sie an der Avenida Dom Carlos I zwischen dem Palácio de São Bento und dem Chafariz da Esperança, am Largo do Rato, an der Praça do Príncipe Real, am Campo Pequeno und im Parque Eduardo VII.

Im Herbst hält der September oft noch sommerliches Wetter und sogar die wärmste Meerestemperatur des Jahres bereit, ist statistisch aber zugleich der besucherstärkste Monat – ein bisschen Andrang musst du also einplanen. Ab Oktober wird es spürbar feuchter, dafür leeren sich die Gassen wieder.

Sommer – Hitze, Strände und Feste

Juni bis August ist Hochsaison. Es ist heiß (mittlere Höchstwerte 26 bis 28 Grad, einzelne Tage deutlich darüber), strahlend trocken und entsprechend voll. Wer mit der Wärme zurechtkommt, bekommt dafür das volle Strand- und Festprogramm.

Die nächsten Strände liegen in Reichweite des Nahverkehrs:

  • Cascais – der elegante Badeort am Atlantik liegt am Ende der Linha de Cascais. Die Bahn fährt ab Cais do Sodré etwa alle 20 bis 30 Minuten, braucht für die rund 25 Kilometer etwa 33 bis 40 Minuten und endet im Ortszentrum in Strandnähe. Mehr dazu im Ratgeber Tagesausflüge ab Lissabon.
  • Costa da Caparica – die lange Sandküste südwestlich der Stadt, jenseits des Tejo. Erreichbar mit dem Bus 3710 ab Areeiro (rund 55 Minuten) oder per Fähre nach Cacilhas und Anschlussbus. Von Anfang Juni bis Ende September fährt das Transpraia-Bähnchen über 21 Halte bis Fonte da Telha.

Wichtig zu wissen: Der Atlantik bleibt hier auch im Sommer kühl. An der Linie Lissabon/Cascais liegt die Wassertemperatur im Hochsommer meist bei 18 bis 20 Grad, am wärmsten ist es mit rund 20 Grad erst im September. Das liegt am atlantischen Auftrieb kalten Tiefenwassers – wer Karibik-Temperaturen erwartet, wird überrascht.

Der gesellige Höhepunkt des Sommers ist der Juni: Den ganzen Monat über laufen die Festas de Lisboa. Höhepunkt ist das Fest des Stadtpatrons Santo António in der Nacht vom 12. auf den 13. Juni – der 13. Juni ist in Lissabon Feiertag. Am Abend des 12. Juni ziehen ab etwa 21 Uhr die Marchas Populares die Avenida da Liberdade hinab, und in den alten Vierteln wird bei den Arraiais gefeiert, unter anderem in Alfama, Mouraria, Graça, Castelo, Madragoa und Bica. Wer in diesen Tagen kommt, sollte früh ein Hotel buchen – die Stadt ist dann besonders voll.

Wind und Wassersport

Ein Faktor, den viele unterschätzen, ist der Sommerwind. Von ungefähr April bis Oktober weht an der Küste die Nortada, ein böiger Nord- bis Nordwestwind, der ab dem Mittag auffrischt und an heißen Sommernachmittagen Böen bis um die 40 Knoten erreichen kann. Für Strandtage heißt das: Vormittags ist das Wasser glatter, nachmittags wird es kabbelig und am offenen Strand ungemütlich.

Genau dieser Wind macht die Region aber zu einem Top-Revier für Kite- und Windsurfer. Die Saison reicht von April bis Oktober, am stärksten weht es im Juli und August. Die Praia do Guincho bei Cascais gilt als einer der zuverlässigsten Windsurf-Spots Portugals. Der Juni ist ein vergleichsweise ruhiger Monat, bevor die Nortada voll einsetzt – angenehm für Badegäste, weniger für Wind-Freaks.

Winter – mild, ruhig und günstig

Der Winter ist nach mitteleuropäischen Maßstäben mild: Tagsüber werden im Dezember und Januar meist um 15 Grad erreicht, nachts wird es aber durchaus kühl mit einstelligen Tiefstwerten (im Januar im Mittel um 8 Grad). Eine warme Jacke und Regenkleidung gehören also ins Gepäck – die Monate von November bis Januar bringen die meisten Regentage. Schnee und Frost spielen in der Stadt praktisch keine Rolle; die historischen Tiefstwerte liegen knapp unter dem Gefrierpunkt und stammen aus dem 19. und späten 20. Jahrhundert.

Der Winter hat klare Vorteile: Lissabon ist dann am ruhigsten und am günstigsten. Statistisch ist der Januar der schwächste Monat bei der Hotelauslastung – wer flexibel ist, findet günstigere Zimmer und kommt ohne Schlangen in Museen, Kirchen und Restaurants. An klaren Tagen zwischen den Regenfronten zeigt sich zudem das berühmte, klare Lissabonner Licht besonders schön. Es ist die Zeit für Museen, Fado-Abende und Genuss ohne Menschenmassen – nur fürs lange Sitzen am Strand taugt sie nicht.

So saisonal ist der Andrang

Wer Andrang und Preise einkalkuliert, sollte die Saisonalität kennen. Die Hotelauslastung in Lissabon liegt im Jahresdurchschnitt bei rund 73 Prozent, schwankt über das Jahr aber deutlich: Der September ist der stärkste Monat, der Januar der schwächste. Bei Kurzzeitvermietungen reicht die Belegung von rund 69 Prozent in der Hochsaison bis hinunter zu etwa 33 Prozent im schwächsten Monat.

Daraus ergeben sich grob drei Profile:

  • Du willst Wetter und Erlebnis ohne den größten Trubel – komm im April/Mai oder Oktober. Mildes Klima, lange Tage, moderatere Preise.
  • Du willst Strand, Feste und lange laue Abende – komm im Juni bis August und nimm Hitze, Andrang und höhere Preise in Kauf. Der Juni vereint mit den Festas de Lisboa und noch nicht voll eingesetzter Nortada vieles davon.
  • Du willst Ruhe, niedrige Preise und Kultur – komm im Winter und richte dich auf wechselhaftes, mildes Wetter ein.

Egal wann du kommst – wie du dich vor Ort am besten bewegst, steht im Ratgeber Fortbewegung in Lissabon, und alles zur An- und Abreise unter Anreise nach Lissabon.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Reisezeit für Lissabon?+

Die ausgewogensten Monate sind März bis Mai sowie September und Oktober. Dann liegen die Tageshöchstwerte etwa zwischen 19 und 27 Grad, die Tage sind lang, und der größte Hochsommer-Andrang fehlt. Wer Strand und Feste will, kommt im Sommer; wer Ruhe und niedrige Preise sucht, im Winter.

Wie heiß wird es in Lissabon im Sommer?+

Im Hochsommer liegen die mittleren Tageshöchstwerte bei rund 28 Grad (Juli 27,9 / August 28,3 Grad im langjährigen Mittel), einzelne Hitzetage gehen darüber hinaus. Dazu ist es sehr trocken – Juli und August bringen im Schnitt nur 4 bis 6 mm Regen.

Wann blühen die Jacarandas in Lissabon?+

Die violetten Jacaranda-Bäume blühen typischerweise von Ende Mai bis in den Juni, etwa drei bis sechs Wochen lang. Schöne Standorte sind die Avenida Dom Carlos I, der Largo do Rato, der Praça do Príncipe Real, das Campo Pequeno und der Parque Eduardo VII.

Wann ist Regenzeit in Lissabon?+

Die nassen Monate sind Oktober bis Dezember. November (rund 128 mm) und Dezember (rund 127 mm) sind die regenreichsten Monate, gefolgt vom Oktober (rund 101 mm). Der Sommer ist dagegen fast niederschlagsfrei.

Kann man im Sommer bei Lissabon im Meer baden?+

Ja, aber das Wasser bleibt atlantisch kühl. An der Linie Lissabon/Cascais liegt die Meerestemperatur im Hochsommer meist bei 18 bis 20 Grad, am wärmsten im September mit rund 20 Grad. Die nächsten Strände erreichst du per Bahn nach Cascais oder per Bus/Fähre an die Costa da Caparica.