Der Rossio-Platz

Wer in Lissabon den Stadtteil Baixa Pombalina besucht, kommt früher oder später auch am Rossio-Platz nicht vorbei. Er gehört neben dem Handelsplatz Praca do Comércio und der Praca da Figueira zu den bedeutendsten seiner Art. Seit mittelalterlicher Zeit macht er den Mittelpunkt der Stadt aus und hat auch Jahrhunderte später nichts von seinem besonderen Reiz verloren.

Urlauber und Einheimische nutzen ihn gleichermaßen gerne als Ort der Zerstreuung. Der Rossio wird vom Teatro Nacional Dona Maria II. gesäumt. In der Mitte entdeckt man zwei Bronzespringbrunnen. Sie umgeben die Statue des portugiesischen Königs Pedro IV. Der Regent ist der eigentliche Namensgeber, denn ganz formell heißt der Platz Praca de D. Pedro IV. Die Straßenbahnlinien befinden sich in Sichtweite. Kleine Läden, Lokale oder Bäckereien für die cremigen Törtchen ‚Pastéis de nata‘ sind ebenfalls nur ein paar Gehminuten entfernt gelegen.

Viele Herrscher, eine Praca

Zahlreiche Könige waren an der Schaffung des Platzes beteiligt, darunter Afonso V., Johann II. und Manuel I. Den letzten Schliff verlieh ihm Pedro IV. im 19. Jahrhundert.
Entsprechend vielfältig waren auch die Kunstrichtungen, die den Platz und seine Umgebung beeinflussten. Sowohl barocker als auch manuelinischer Baustil flossen darin ein. Erstmalige Relevanz erlangte der Rossio-Platz ungefähr ab 1200. Sein heutiges Aussehen trägt er seit 1887.

Die perfekte Welle

So ansprechend die historischen Gebäude rund um den Rossio daherkommen – auch der Platz selbst kann mit ganz eigenen Vorzügen aufwarten. Das Steinpflaster auf dem Boden besticht durch sein einzigartiges wellenförmiges Muster. Die Entstehung für dieses Stück Kunst hat allerdings einen ernsthaften Hintergrund: Ein großer Teil der Innenstadt fiel dem schweren Erdbeben im Jahr 1755 zum Opfer. Der Marquis de Pombal veranlasste eine Runderneuerung der zerstörten Gebiete. Im 19. Jahrhundert wurde das Bauprojekt durchgeführt. Das Nationaltheater steht an der Stelle des damaligen Unabhängigkeitspalastes. Er wurde 1836 von einem Brand heimgesucht. In diesen Jahren versahen die Beteiligten den Rossio mit den charakteristischen Wellen aus schwarz-weißen Pflastersteinen. Sie dienten dem Rathausplatz in der Küstenstadt Cascais als Vorbild, da sie an die Meereswellen erinnern.

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