Park der Nationen

Parque das Nações

Ganz im Nordosten Lissabons erstreckt sich mit dem Park der Nationen (Parque das Nações) auf 5,4 qkm Fläche eine der 24 „Stadtgemeinde“ („Freguesia“) genannten Stadtviertel der portugiesischen Hauptstadt. Dieses jüngste Stadtviertel Lissabons, in dem mehr als 20.000 Menschen leben, stellt in seiner vor allem in der Architektur deutlich werdenden modernen Ausrichtung einen prägnanten Kontrast zu den Altstadtvierteln dar. Dieser Kontrast war bei Planung und bei anschließender Umsetzung ausdrücklich gewollt. Den Planern war es darum gegangen, ein neues attraktives, hohe Ansprüche an die Lebensqualität erfüllendes Stadtviertel zu schaffen. Der Park der Nationen sollte sowohl als Wohn- und Arbeitsquartier wie als Touristen-Ziel ein Prunkstück für Lissabon werden.

Am Anfang der Geschichte des Viertels stand die von Mai bis September 1998 in Lissabon veranstaltete Weltausstellung „Expo 98“ (Motto: “Ozeane – Erbe für die Zukunft“). Dafür wurde das am Tejo liegende, mehr oder weniger marode Hafen- und Industriegelände Doca dos Olivais in der Stadtgemeinde Olivais neugestaltet. Die Struktur und die Gebäude der Weltausstellung wurden so angelegt, dass sie nach Ende der Expo Wohn-, Kultur- und Sportzwecken dienen konnten.

Zentrum des 2013 von Olivais als eigene Stadtgemeinde abgetrennten Parks der Nationen ist der Ost-Bahnhof (Estação do Oriente), dem eine gleichnamige U-Bahnstation angegliedert ist. Dem Bahnhof zugeordnet ist auch die dritte Lissaboner Tejo-Brücke, die 1998 fertiggestellte Ponte Vasco da Gama. Für die Bauweise des Durchgangsbahnhofs Estação do Oriente mit seiner filigran-futuristisch wirkenden Glaskonstruktion im Oberbereich und den innovativ-künstlerischen Stahlbetontragwerken im Unterbereich zeichnete der spanisch-schweizerische Star-Architekt Santiago Calatrava Valls verantwortlich.

In unmittelbarer Nähe des Bahnhofs erheben sich zwei, ein Einkaufszentrum flankierende Türme. Sie sind nach den beiden Koggen ähnelnden Segelschiffe benannt, an deren Bord die Brüder Vasco und Paulo da Gama 1497 zu ihrer epochemachenden Entdeckungsreise nach Indien aufgebrochen sind: die 2004 fertiggestellten Wohntürme São Gabriel und São Rafael. Die Torres São Gabriel / São Rafael sind beide 110 m hoch und haben je 24 Stockwerke. In ihrem äußerlichen Erscheinungsbild sind sie an die Form der genannten Segelschiffe angelehnt. Überragt werden die beiden Hochhäuser vom 145 m hohen Aussichtsturm Torre Vasco da Gama, dem höchsten Gebäude in ganz Portugal.

Ebenfalls bahnhofsnah lädt der heute als Multifunktionshalle Altice Arena dienende, 1998 eröffnete Bau des Expo-Hauptgebäudes Pavilhão da Utopia zu Großveranstaltungen im Kulturbereich wie z. B. zum 63. Eurovision Song Contest (2018) ein. Zu den weiteren Attraktionen im Parque das Nações zählen u. a. das Oceanário de Lisboa mit dem größten Indoor-Aquarium Europas, eine Seilbahn und ein Wissenschaftsmuseum.

Das könnte dir auch gefallen