Aqueduto das Águas Livres

Hoch über dem Tal von Alcântara erstrecken sich weithin sichtbar die insgesamt 14 gotischen Spitzbögen des Aqueduto das Águas Livre. König Johann V gab im 18. Jahrhundert den Bau in Auftrag, um dem chronischen Wassermangel in der Stadt Herr zu werden. Ab 1744 versorgte das »Aquädukt der freien Wasser« die Stadtbewohner mit frischem Trinkwasser. Auf einer Länge von knapp 19 Kilometern verband es ober- und unterirdisch die Stadt Queluz mit dem Lissabonner Stadtteil Campolide. Dort mündete das Wasser in ein Reservoir, das beachtliche 5.500 Kubikmeter Wasser fassen konnte. Das Reservoir Mãe d’Àgua, ins Deutsche übersetzt »Mutter des Wassers«, kann auch heute noch im Rahmen eines Museumsbesuches bestaunt werden. Finanziert wurde der gigantische Bau einst durch eine Wasserabgabe, die das Volk hierfür zu entrichten hatte.

Zeitzeuge spannender Ereignisse

Im Laufe der Jahrhunderte hat das Aquädukt viel erlebt. So überstand es 1755 völlig unbeschadet das große Erdbeben von Lissabon. Zwischen 1836 und 1840 war es Zeitzeuge schauerlicher Ereignisse. Denn der Serienmörder Diogo Alves raubte dort über 70 Menschen aus und stieß sie anschließend von der Brücke. Der »Aquädukt Killer« wurde später gefasst und hingerichtet. Sein präparierter Kopf schwimmt noch heute in einer gelblichen Flüssigkeit und hat als Touristenattraktion nichts an Faszination verloren.

Eine architektonische Meisterleistung

Über eine Länge von über 900 Metern überspannt die Bogenbrücke das Tal. Der höchste Bogen beeindruckt mit einer Höhe von 65 Metern und einer Breite von 28 Metern. Seit 1967 fließt kein Wasser mehr auf diesem Wege in die Stadt.
Das Aquädukt kann auf einem Fußweg begangen werden, der entlang des geschlossenen Innenbereiches verläuft. Auch von innen ist eine Besichtigung möglich. Der Eingang ist sehr unauffällig und befindet sich an der Calçada da Quintinha. Von dort oben bietet sich dem interessierten Besucher ein herrlicher Ausblick über den Norden Lissabons. Wer mehr über die Wasserversorgung Lissabons erfahren möchte, findet im Eingangsbereich weitere Informationen zu Brunnen, Reservoirs und Pumpstationen.

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